Süßkartoffel-Hackbraten im Bacon-Mantel gefüllt mit Serrano-Schinken, Grünkohl, Cashews, Apfel und Thymian

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Sich der Bloggerwelt anzuschließen, beschert einem neben  tollen Momenten auch schon mal skurrile Situationen. Zum Beispiel diese hier: Man rührt mit der Linken in einer Schüssel Hack und versucht mit dem Handy in der Rechten die Szenerie abzulichten, während der Zweijährige am Hosenbein reißt und mit zunehmender Lautstärke und Verzweiflung „MAMA AAAAAAAARM“ kräht.
Über 20 Blogger taten vergangenen Sonntag zur gleichen Zeit das Gleiche (nur vermutlich nicht in Gesellschaft eines Kleinkindes.) „Synchronhackbratenbacken“ hieß das Thema meines allerersten Synchronkoch-Ereignisses. Ungefähr einmal im Monat organisiert Stephanie Kosten ein solches Event. Auf ihrem Blog Kleiner Kuriositätenladen kannst Du die Hackbraten meiner Mitstreiter bewundern und Dir viele Ideen holen. Und unter dem Hashtag #synchronhackbraten findest Du bei Instagram jede Menge Fotos diverser Varianten.

Mein Synchronexemplar sollte  natürlich  lecker und paleo sein. Hackbraten ist jetzt nicht gerade mein Standard-Gericht. Eher brate ich Frikadellen, die ich portionsweise einfriere und zur Aufwertung des Kantinen-Salatbüfetts zur Arbeit mitnehme.
Ich beschloss also, meine bewährte Lieblings-Frikadellenmasse schick gefüllt zu einem Laib aufzurollen und ihm ein Mäntelchen aus Bacon überzuziehen, so wie ich es hier schon oft gesehen habe. Das Ergebnis war 10mal besser als ich mir ausgerechnet hatte. Saftiges, angenehm gewürztes Fleisch, dazu eine nussige Füllung als Kontrast, alles gut versteckt unter einer knusprig-salzigen Schicht Bacon… mehr davon, bitte!

Bacon-Mantel fertig klein text

Ich habe Hackbraten noch nie auf die klassische Art und Weise, also mit eingeweichtem Brötchen produziert. Das ersetze ich durch gekochte, pürierte Süßkartoffel. Die wiederum habe ich auch schon durch Karottenpüree, Maniokpüree und durch gewöhnliche Kartoffel (Grauzonen-Paleo) ersetzt. Alle Varianten klappen super.
Als Füllung schwebte mir eine cremige, frische Mischung aus Cashew-Sour Cream, Grünkohl und Äpfeln vor. Leider hat mein Thermomix die Cashews nicht so glattpüriert wie gewollt, doch eigentlich zum Glück: Die Konsistenz der Füllung erinnerte an Pesto und passte hervorragend. Das Experiment gelang: Alle meine Esser waren zufrieden (sogar die kleinen), und das Abendessen für die kommenden Tage gesichert. Ich werde ihn wieder backen. Dann ohne Kamera in der Hand und mit einem hoffentlich besser gelaunten kleinen Topfgucker.

Braten fertig text

PS: Am 14.2.16, also am Valentinstag, steigt das nächste Synchronkochen-Event: Dann gibt es Veggieburger. Ich tüftele derzeit an einem Paleo-Exemplar, natürlich in Herzchenform…

Süßkartoffel-Hackbraten im Bacon-Mantel gefüllt mit Serrano-Schinken, Grünkohl, Cashews, Apfel und Thymian

Zubereitung: ca. 20 Minuten
Vorbereitung: ca. 30 Minuten
Einweichzeit: mindestens 6 Stunden besser über Nacht
Backzeit: bei 190 ° C ca. 55 Minuten (ich habe mit einem Ofenthermometer die Kerntemperatur des Bratens geprüft: Bei 75 ° C habe ich ihn aus dem Ofen genommen. )

Für ca. 8 Portionen
Zutaten:
100 g Cashews
700 g Rinderhack
300 g Schweinehack
300 g gekochte Süßkartoffel
3 Eier
1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 säuerlicher Apfel, fein gewürfelt (ich habe Boskop genommen)
Salz
Pfeffer
Thymian
100 g Serrano Schinken
3 mittelgroße Blätter Grünkohl
1 Bio-Zitrone
1-2 TL Apfelessig
ca. 10 Scheiben Bacon

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1. Cashews in kaltem Wasser einweichen, mindstens 6 Stunden, am besten über Nacht. Nach der Einweichzeit kalt abspülen, abtropfen lassen.
2. Zwei bis drei Süßkartoffeln im Backofen bei 180° C auf Backpapier backen, bis sie sich leicht mit einer Gabel einstechen lässt. Die Backzeit hängt von der Größe der Süßkartoffeln ab. Süßkartoffel abkühlen lassen, pellen und 300 g Fruchtfleisch abwiegen und grob mit der Gabel zerkleinern.
3. Fleisch 30 Minuten vor Verwendung aus dem Kühlschrank nehmen. Beide Fleischsorten, zerdrückte Süßkartoffel, Eier,  Zwiebelwürfel, die Hälfte des gewürfelten Apfels, Salz, Pfeffer und 1 EL frische Thymianblättchen gut verkneten.
4. Backblech mit Frischhaltefolie auslegen. Fleisch zu einem Rechteck formen (Dicke: ca. 1,5 cm). Mit Serrano-Schinken belegen.
5. Für die Füllung eingeweichte Cashews, gewaschene Grünkohlblätter ohne Stiel, Schale von 1/4 Zitrone und Saft von 1/2 Zitrone, Apfelessig, Salz, Pfeffer und 1 EL Thymianblättchen im Mixer oder mit dem Pürierstab so fein wie möglich pürieren. Nach Belieben salzen und pfeffern. Füllung auf dem Braten verstreichen.

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6. Braten aufrollen. Mit der Naht nach unten auf ein Backpapier legen und dekorativ mit Baconscheiben belegen. Mit frischen Thymianstielen dekorieren. Im Backofen bei 190 ° C ca. eine Stunde backen.
Aus dem Ofen nehmen, kurz ruhen lassen und vorsichtig anschneiden. Wenn der Braten abgekühlt ist, lässt er sich perfekt schneiden.

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Zum Hackbraten gab’s bei uns Brokkoliröschen und Süßkartoffel-Pommes aus dem Backofen.
Dafür einen Brokkoli in kleine Röschen zerteilen. 2-3 große Süßkartoffeln in Stifte schneiden. Mit je 1 EL Olivenöl und Salz bestreuen. Gut wenden, damit das Öl sich gleichmäßig verteilt. Backofen auf Umluft schalten, Gemüse ca. 20 Minuten mitgaren. Wird der Brokkoli zu dunkel, diesen separat vom Blech nehmen und warm halten.
Meine Familie liebt Ketchup zu ihren Pommes. Ich habe keine Soße vermisst. Aber gut gepasst hätte meine selbst gemachte Mayonnaise (Rezept folgt).

Tipp: Wer mag, kann 100 g Rinderhack (oder mehr nach Belieben) durch Rinderleber ersetzen.

Tipp 2: Grünkohl war ausverkauft? Spinat schmeckt auch lecker!

Tipp 3: Keine Zeit für „hübsch“? Dann lass einfach die Füllung weg. Drücke den Fleischteig in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform, Bacon drüber (zur Not geht’s auch ohne…) und ab in den Ofen!Teller + Braten klein text

3 comments

  1. Das sieht köstlichst aus! Hackbraten ist ja sowieso der Knüller und ich liebe es, Hackbraten (oder generell alles) in Bacon einzuwickeln. Da kriege ich immer richtige Muttergefühle 😉
    Mit Grünkohl gefüllt sieht super interessant aus, das werde ich demnächst mal ausprobieren!

    1. Stimmt, mit Bacon schmeckt alles besser 😉 Falls es keinen Grünkohl mehr gibt, eignet sich Babyspinat, oder z. B. auch Kohlrabiblätter.

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