Schnelles Paleo-Fladenbrot mit Kochbanane

Gerade mal vier Zutaten und eine halbe Stunde Zeit: Mehr brauchst Du nicht, um ein unkompliziertes, praktisches und vor allem leckeres Fladenbrot zu backen. Dieses Rezept auf Basis von Kochbanane kommt ganz ohne Nüsse aus und ist eins meiner liebsten Grundrezepte. Ich oder vielmehr meine Kinder bereiten es fast jedes Wochenende zu. Es geht so einfach, dass beide das in Teamarbeit wuppen: ich halte mich fast völlig raus und wenn ich Glück habe, muss ich hinterher nicht einmal die Küche saubermachen. Bereit für ein Brotrezept, das Dein Leben verändern wird?

Keine zehn Minuten von meinem Büro liegt ein Asialaden. In den Schaufenstern stapeln sich weiße Schüsseln mit blauer Schrift, die ich nicht lesen kann, und dazwischen grüßen goldene Winkekatzen in allen Größen. Ich weiß nicht, wie oft ich in meiner Mittagspause schon an dem Laden vorbeigelaufen bin, ohne ihn zu beachten. Als ich das Winken der Katzen endlich als „Komm herein!“ interpretierte, wollte ich eigentlich nur einen Tetrapack Kokosmilch kaufen. Stattdessen verließ ich den Laden mit zwei Jutebeuteln, randvoll gefüllt mit jungen Kokosnüssen, Kochbananen, Maniokwurzeln, knackigem Pakchoi, frischer Kurkuma und einem blumenstraußdicken Bund Koriander. Ich, die einzige Europäerin zwischen asiatisch aussehenden Kunden, hatte ein Kleinod entdeckt. Seither kaufe ich jede Woche dort ein  Kochbananen sind uns schon lange nicht mehr ausgegangen.

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Ich liebe Kochbananen: Mich fasziniert, wie sich Geschmack und Konsistenz verändern, je länger sie lagern. Obstbananen lasse ich ja gerne absichtlich braun werden, aber Kochbananen verwende ich am liebsten, wenn sie sattgrün sind. Dann schmecken sie angenehm neutral, so dass sie den anderen  Komponenten einer Mahlzeit nicht die Show stehlen.

Wir mögen Kochbananen am liebsten knusprig gebraten mit selbstgemachtem Ketchup (meinen Kindern verkaufe ich sie als Pommes) oder als Crêpes, was seit jeher mein allerliebstes Essen ist. Bei Paleo360 findest du ein Crêpes-Rezept mit Kochbanane aus meinem Buch.

Vor ein paar Monaten habe ich noch eine weitere, herzhafte Möglichkeit entdeckt, Kochbananen zu verarbeiten, und seitdem gehört diese zu den Standardwerken in meiner Küche: Fladenbrot.

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Es braucht nur 4 Zutaten, 30 Sekunden im Mixer und 30 Minuten im Backofen für ein flaches, biegsames angenehm mildes Brot. Wie eine Tortilla lässt es sich rollen oder ich stapele es in Rechtecke geschnitten zu einem Sandwich. Es ist sehr nahrhaft, so dass ich nach einer Portion mehr als satt bin. Frisch aus dem Ofen und lauwarm abgekühlt schmeckt es am besten. Der einzige Nachteil: Lässt man das Brot länger liegen, wird es recht zäh in der Konsistenz, wie die meisten Backwaren mit Kochbanane oder Kochbananenmehl. Reste haben wir noch nie nie nie gehabt, aber wenn, würde ich sie einfrieren und im Toaster wieder aufwärmen. Dann müsste es schmecken wie frisch gebacken.

Fladenbrot

Schnelles Paleo-Fladenbrot mit Kochbanane

Zubereitung: 3 Minuten

Aufwand: null

Backzeit: ca. 30 Minuten bei 180 ° C

Zutaten pro Person:

1 Kochbanane

1 Ei

15 g Ghee oder Kokosöl (Primal-Variante: Butter)

1 Prise Salz

So geht’s:

  1. Backblech mit Backpapier auslegen, Backofen auf 180 ° C vorheizen.
  2. Alle Zutaten mit dem Pürierstab oder im Mixer ganz glatt mixen.
  3. Teig mit Hilfe einer Palette oder eines Löffels ca. 0,3-0,5 cm dick auf dem Backblech verstreichen. Je nach Geschmack kannst Du tortillagroße Kreise formen oder den Teig zu einem einzigen Rechteck ausstreichen (das machen wir meistens). Etwa 30 Minuten bei 180 ° C backen, das Blech dabei im Auge behalten. Der Teig wird beim Backen aufgehen und beim Abkühlen wieder flach zusammenfallen. Er ist fertig, wenn er eine goldbraune Farbe angenommen hat.
  4. Fertiges Fladenbrot 5 Minuten abkühlen lassen. Dann langsam und vorsichtig vom Backpapier ablösen. Und jetzt: essen 🙂

Tipp 1: Viele Asia- und Afrikaläden verkaufen Kochbananen. Aber auch bei Rewe habe ich sie schon gesehen, dann vom Hersteller Dole in einer Papierverpackung. Und auch Kaufland hat sie (bei uns zumindest) regelmäßig im Angebot. Falls Du keine Kochbananen bekommst, kannst Du das Rezept auch mit sehr grünen Obstbananen ausprobieren. Falls die Bananen klein sind, empfehle ich, eventuell zwei verwenden. Übrigens tust Du mit grünen Bananen Deinem Darm etwas Gutes: Sie enthalten resistente Stärke super Futter für die Mirkrobiota.

Tipp 2: Es gibt nichts, was man nicht irgendwie variieren könnte… Du kannst unterschiedliche Kräuter, Knoblauch- oder Zwiebelpulver zum Teig geben. Auch mit dem Reifegrad der Kochbananen veränderst Du den Geschmack: Je gelber die Schale der Kochbanane, desto süßer schmeckt das Brot.

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10 comments

  1. Sieht ja so aus wie original Pita 😀 schmeckt aber bestimmt besser 😉 Echt Genial, wird direkt ausprobiert!
    Ohne unsere neue Paleo Gruppe wär ich bestimmt ewig nicht auf dein tolles Rezept gekommen.

    vielen dank und ganz lieben Gruß

    Lisa

    1. Hallo Lisa,
      Danke für Deine lieben Worte, ich freue mich, dass Dir das Rezept gefällt :-).
      Ja, das Brot sieht aus wie Pita, und schmeckt… nun ja… so ähnlich – aber besser 😉
      Einen tollen Blog hast Du, da schaue ich gerne vorbei!
      Viele liebe Grüße zurück,
      Karine

  2. Toles Rezept!
    Ich habe zuerst nur gelesen:“ich liebe Kochbananen…“, da hat mich der Artikel gepackt (du sprichst mir aus dem Herzen.

    Muss ich unbedingt einmal ausprobieren.

    Ich mag die Bananen (normale Bananen hab ich gar nich gerne) am liebsten als leckeres curry mit Currybaumblättern, Zimt und Kurkuma.
    In meinem Blog hab ich ein paar Rezepte dazu: http://spicyslice.ch/kochbananen-curry-mit-tomaten-und-curryblaettern/

    Würde micg geehrt fühlen, wenn du mal vorbeischaust – ich abonniere derweilen deinen Newsletter 🙂

    1. Hallo Simon,
      danke für Dein Kompliment, das freut mich 🙂
      Danke für den Link zu Deinem Kochbananen-Curry: Es sieht wirklich sehr lecker aus (so wie die anderen Rezepte auf Deiner Seite)! Das muss ich wiederum mal ausprobieren 🙂 Mit Curryblättern habe ich noch nie gekocht – wird mal Zeit.

  3. Hallo alle zusammen!
    Ich habe das Rezept nun auch probiert, es ist echt lecker nur gehen bei mir die Fladen gar nicht auf. Ich hab keine Idee was ich falsch mache. Hat jemand eine Tipp für mich? Ich mache allesamt wie im Rezept angegeben.
    Liebe Grüße Martina

    1. Hallo Martina,
      danke für Deinen Kommentar!
      Wenn Du es machst, wie im Rezept beschrieben, machst Du alles richtig. Meine Fladen plustern sich beim Backen zwar etwas auf, fallen aber beim Erkalten sofort wieder zusammen. Sie erinnern mich an dicke Pfannkuchen oder eben Tortillas. Da sie ja weder Backpulver, Hefe oder Eischnee enthalten, ist im Teig auch nichts, was ein Aufgehen ermöglichen könnte.
      Ich hoffe, das hilft Dir weiter 🙂
      Liebe Grüße, Karine

  4. Hallo Karine,
    gerne immer wieder Rezepte von dir. Immer lecker mit Gelinggarantie – trotzdem eine Frage: Ich habe sehr viel KochbananenMEHL eingekauft: Wie ist Deine Erfahrung damit, die Früchte durch Mehl zu ersetzen? .. und wenn ja – wie viel?
    Viele Grüße
    „Kunigunde“

    1. Hallo Kunigunde,
      danke für Deine lieben Worte, darüber freue ich mich sehr.
      Die Frage wurde mir schon öfter gestellt, und ich muss leider sagen: Frische Kochbananen durch Mehl zu ersetzen, klappt in diesem Rezept nicht. Zumindest erhält man ein völig anderes Ergebnis in Konsistenz und Geschmack. Ich habe es jetzt mehrfach in unterschiedlichen Mengenverhältnissen ausprobiert, und was dabei herauskam, hat mir nie gefallen. Ich tüftele aber weiterhin an einem Fladenbrotrezept mit Kochbananenmehl 🙂
      Lieben Gruß
      Karine

  5. Das Rezept hört sich toll an
    Kann man die Fladen z.b. am Vortag zum Abendessen machen und dann zum Frühstück nochmal im Toaster oder in der Pfanne warm machen ?
    Schmecken die Fladen am nächsten Tag überhaupt noch?
    Danke

    1. Hallo Theresa,
      Du kannst die Fladen am Vorabend zubereiten und am nächsten Tag aufwärmen.
      Gut aufgewärmt schmecken sie sehr lecker, kalt aus dem Kühlschrank sind sie aber recht zäh und trocken.
      Ich würde sie aber auf jeden Fall in der Pfanne aufwärmen und nicht im Toaster: dafür sind sie zu biegsam.
      Viel Erfolg und lieben Gruß
      Karine

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