Happy Birthday: Lisas genial simple Erdbeer-Tarte

Lisas genial einfache Erdbeer-Tarte

Lisa ist gerade fünf geworden. Zum ungefähr sechsten Mal in diesem Monat. Lisa ist brünett, 36 cm groß, hat Klimperaugen und ein freundliches Lächeln. Lisa ist die liebste Gefährtin meiner Tochter. Immer wenn die geliebte Puppi fünf wird, deckt meine Tochter den kleinen Tisch in ihrem Zimmer. Wir hocken alle rundherum auf dem Teppich, singen „Happy Birthday“ und essen Luftkuchen von rotgepunkteten Puppentellern.

Neulich aber hatte Lisa Lust auf Erdbeerkuchen, teilte mir meine Tochter mit. Aber auf echten! Selbstgebackenen! Ich kann es Lisa nicht verdenken: Die Erdbeer-Stände haben an jeder Straßenecke eröffnet, und schon beim Vorbeifahren duftet es herrlich fruchtig. Unverwechselbar Frühsommer, die schönste Zeit des Jahres.

Also surften wir erst mal auf Pinterest nach Inspiration und brachten vom Wochenmarkt Erdbeeren mit. Meine Tochter war sicher, dass Puppi mit einem knusprigen Tarteboden, sahniger Puddingcreme und ganzen Erdbeeren am glücklichsten wäre. In meinem Sinne war es auch, denn ich hatte eigentlich nicht wirklich Lust zu backen, und diese Art Tarte ist blitzschnell gemacht und trotz ihrer Einfachheit effektvoll.

Und so trabten wir in die Küche, um für die Geburtstagspuppi Mürbeteig zu kneten. In meinem Buch habe ich vier sehr geliebte Basis-Mürbeteig-Rezepte. Dieses hier ist eine leichte Abwandlung von einem der Rezepte. Dieser Teig kommt bewusst ohne Nüsse aus. Ich werde ziemlich oft nach nussfreien Rezepten gefragt. Kommt es nur mir so vor, als ob immer mehr Kinder Nussallergien haben? Der Teig enthält außerdem gerade mal 30 Gramm zugesetzten Zucker, was für meinen Geschmack völlig ausreicht. Mit den 30 Gramm aus dem Pudding kommen wir auf gerade mal 60g zugesetzten Zucker für den gesamten Kuchen – da kann man nicht meckern, finde ich.

Den Pudding habe ich gekocht wie einen klassischen Vanillepudding: Mandelmilch, Vanilleschote, Eigelb, Stärke, noch etwas Gelatine und eben zwei Esslöffel Zucker für die Süße.

Meine Tochter hat die Erdbeer-Tarte quasi alleine gebacken: Teig geknetet, ausgerollt, Creme darin verteilt, und in Teamarbeit mit ihrem Bruder mit Erdbeeren verziert. Beide waren stolz wie Bolle und schwirrten wie aufgeregte Schnatterentchen um das Meisterwerk herum, bis wir alle am Esstisch saßen und Lisas Feier starten konnte. Meine Tochter sagt, Lisa fand den Kuchen lecker. Ich kann ihr nur beipflichten. Happy Birthday, Lisa! Du kannst ruhig öfter Geburtstag haben.

PS: EIn Foto von einem aufgeschnittenen Stück Erdbeer-Tarte gibt’s leider nicht! Lisa hatte solchen Hunger und konnte nicht länger warten… Ich muss auch leider sagen, dass die Stücke nicht sehr fotogen waren, wenn auch sehr lecker. Pudding ist halt recht weich und hält die Form nicht so gut.

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Einfache Erdbeer-Tarte (glutenfrei, nussfrei)

Zubereitung: Teig: Ca. 26 Minuten plus 30 Minuten Backzeit, Pudding: 5 Minuten Vorbereitung plus 7 Minuten Kochzeit.

Für eine Tarteform 26 cm oder quadratische Tarteform

Zutaten:

Für den Mürbeteig:

50 g Erdmandelmehl

50 g Kastanienmehl

120 g Cassavamehl

30 g Stärke (z. B. Tapioka, Pfeilwurzelstärke, Süßkartoffel)

1 TL Johannisbrotkernmehl (optional. Da das Gluten fehlt, bröselt der Boden schnell. Das Johannisbrotkernmehl ersetzt den Weizenkleber, der Teig bröselt weniger.

30 g Kokosraspeln (optional)

30 g Kokosblütenzucker

150 g eiskaltes Ghee (oder Butter)

1 Ei

 

Für den Vanillepudding:

750 ml Milch (nach Wunsch: Mandel, Haselnuss, Kokos, Cashew, Primal: Kuhmilch)

1 Vanilleschote

1 Prise Meersalz

20 g Kokosblütenzucker

40 g Stärke

1 EL Gelatine

Ca. 1 kg Erdbeeren (variiert je nach Größe der Erdbeeren).

So geht’s:

Für den Teig:

  1. Mehlsorten in eine Schüssel sieben. Kokosraspeln und Zucker untermischen.
  2. Kaltes Ghee in kleine Würfel schneiden und zum Mehl geben. Ei zugeben. Zügig zu einem Teig verkneten (Ich mache das im Thermomix oder mit einem Kochlöffel, weil der Teig ziemlich an den Händen klebt. Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Backform umfüllen und gleichmäßig mit den Fingern in die Form pressen, einen Rand hochziehen. Eventuell mit einem Teigroller glätten.
  3. Teig mit einer Gabel gleichmäßig einstechen und in der Gefriertruhe ca. 30 Minuten durchkühen lassen. Backofen auf 180 ° C vorheizen und im heißen Ofen ca. 30 Minuten backen, bis die Oberfläche gebräunt ist. Aus dem Backofen nehmen und komplett erkalten lassen.

Für den Pudding:

Im Thermomix:

  1. Alle Zutaten außer die Vanilleschote in den Mixtopf geben. Zehn Sekunden auf Stufe 10 mixen. Vanillemark aus der Schote kratzen, Schote in den Mixtopf geben. Auf 90 ° C, Stufe 3, 9 Minuten kochen.
  2. Vanilleschote entfernen, in eine Schüssel umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken (mache ich nicht wegen der Plastikhormone. Ich fülle das Ganze in eine Glasschüssel, die ich mit einem Deckel abdichte) und komplett abkühlen lassen.

Ohne Thermomix:

  1. Von der Milch ca. 100 ml abnehmen, in ein Glas gießen. Restliche Milch, Eigelb, Vanillemark, Vanilleschote, Zucker, Salz und Gelatine in einen Topf geben und erhitzen.
  2. Milch und Stärke im Glas klümpchenfrei verrühren. Milch im Topf nur sanft köcheln. Wenn die Creme sprudelnd kocht, gerinnt das Eigelb. Sollte das mal passieren, einfach die Creme mit dem Pürierstab aufmixen, dann wird sie wieder ganz glatt. Wenn die Milch köchelt, Milch-Stärke-Mischung zugeben und unter kräftigem Rühren mischen. Solange köcheln bis die Milch andickt und beim Pusten auf einen Löffel Creme Ränder stehen bleiben (das heißt: zur Rose abziehen).

Creme in ein Gefäß umfüllen, abkühlen lassen.

Erdbeeren kurz in kaltem Wasser waschen, auf Küchenkrepp oder einem Handtuch abtropfen. Das sollte alles schnell gehen, damit die Erdbeeren sich nicht vollsaugen und matschig werden. Kelche entfernen, wieder abtrocknen.

Tarteboden mit Pudding füllen, glatt streichen. Erdbeeren in die Creme setzen, gleich servieren.

Der Pudding wird nicht super schnittfest, so dass man nicht die fotogensten Stücke erhält. Aber das ändert ja nichts am Geschmack 🙂

Tipp:

Wer keine Erdmandeln hat und Nüsse verträgt, kann die Erdmandeln durch gemahlene Mandeln ersetzen.

Wer Primal essen mag, kann den Pudding mit Kuhmilch kochen und nach dem Erkalten nach Geschmack mit Mascarpone, Quark oder geschlagener Sahne mischen.

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2 comments

  1. Erdbeeren sind SO lecker <3
    Selbst ohne das Foto vom angeschnittenen Kuchen glaube ich, dass dieser köstlich war. Diese Gerichte, die unfotogen sind, sind unmöglich! 😉

    Gestern habe ich es mir auf dem Sofa gemütlich gemacht und mal wieder dein Buch in die Hand genommen und durchgeblättert. Ich bin nach wie vor begeistert! Neuerdings bin ich ganz angefixt von der Idee, mir einen Joghurtbereiter zu kaufen und dein Joghurt-Rezept auszuprobieren 🙂

    1. Danke für Deine lieben Worte, Dany 🙂 Stimmt, ich hab mit dem Kuchen geschimpft, aber er wollte trotzdem nicht auf mich hören 😉 Ich freue mich, dass Dir das Buch immer noch gefällt! Nur zu: Ein Joghurt-Bereiter ist toll! Und es gibt wirklich preiswerte Modelle! Ich habe mir vor 2-3 Jahren einen von Rosenstein & Söhne bei Amazon gekauft, für kaum 15 Euro (im Moment gibt es mein Modell nicht, aber günstige von anderne Herstellern, die bestimmt genauso gut sind). Meiner fasst 1 Liter und er funktioniert super zuverlässig. Liebe Grüße 🙂

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