Fluffige Paleo-Brötchen mit verstecktem Gemüse

Alle paar Wochen bekomme ich Lust auf Brötchen. Als Unterlage für selbst gekochte Marmelade, für das großartige kalte Roastbeef, das ich samstags bei meinem Lieblingsfleischer kaufe. Zum Auftunken einer sämigen Soße, die es verdient, bis zum letzten Tröpfchen vom Teller gewischt zu werden. Oder für einen Brunch mit Freunden, bei dem ich, wie alle anderen auch, ein Brötchen essen möchte aber ohne später Bauchschmerzen zu bekommen.

Diese Brötchen erfüllen ihren Zweck ganz großartig: Die Kruste knuspert beim Aufschneiden, das Innere ist wunderbar weich und sogar ein bisschen fluffig, aber ohne zu zerbröseln wie typisches glutenfreies Gebäck. Eine Portion Süßkartoffel-Püree macht die Brötchen saftig und schenkt ein gutes Gewissen, weil man nicht nur leere Kohlenhydrate verdrückt, sondern tatsächlich noch ein paar Vitamine und Mineralstoffe auf dem Teller hat.

Als ich diese Paleo-Brötchen zum ersten Mal buk, war ich mir nicht so sicher, ob sie gelingen würden. Sie von Hand zu formen, versuchte ich gar nicht erst, denn roh erinnert der Teig mehr an Rührkuchen als an Brötchen. Aber wozu gibt es Eisportionierer? Anschließend mit nassen Händen die Teigkugeln leicht glätten und für eine schöne Farbe mit Ei-Kokosmilch-Mischung bestreichen. Backen, abkühlen genießen!

Die eiskugelgroßen Bällchen gehen schön auf beim Backen: etwa ein Drittel gewinnen die Brötchen an Größe. Mir reichen zwei davon, und ich bin super satt und zufrieden. Als ich das erste Brötchen aufschnitt, schaute mir neugierig der größte Paleo-Skeptiker unter der Sonne über die Schulter. „Die sehen ja aus wie echte Brötchen“, sagte mein Mann. Aus seinem Mund das größte Kompliment und ein echtes Güte-Siegel…

Anschnitt2

Fluffige Paleo-Brötchen mit verstecktem Gemüse

Das Rezept habe ich abgewandelt von den Rosinenbrötchen mit Zimt aus meinem Buch.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Backzeit: ca. 35 Minuten bei 180 ° C

Für ca. 6 Brötchen

Zutaten:

100 g Cashewkerne

30 g Kokosmehl

30 g Cassavamehl (auch Maniokmehl genannt)

30 g Maronenmehl

50 g Tapiokastärke (Der Unterschied zwischen Cassavamehl und Tapiokastärke.)

2 TL Johannisbrotkernmehl

1 TL Backpulver

1 gute Prise Salz

40 g Kokosmilch, plus 1 EL zum Bestreichen

1/2 TL Honig

50 g geschmolzenes Kokosöl oder Ghee

3 Eier

100 g gekochte oder gebackene Süßkartoffel

1 Eigelb

1 EL Sesam (nach Belieben)

Zutaten

So geht’s:

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Cashewkerne im Mixer zu feinem Mehl mahlen*. Kokosmehl, Cassavamehl, Maronenmehl, Tapiokastärke, Johannisbrotkernmehl, Backpulver und Salz vermischen.

Kokosmilch, Honig, Kokosöl oder Ghee, Eier und Süßkartoffel glatt mixen oder pürieren. Mehlmischung in die Schüssel mit den flüssigen Zutaten sieben und alles mit einem Kochlöffel zu einem homogenen Teig verrühren. Der Teig ist klebrig und hat die Konsistenz von Rührkuchenteig. Das soll so!

Teig

Mit einem Eisportionierer Teigkugeln auf das vorbereitete Backblech setzen (bei mir reicht der Teig für sechs Brötchen-Kugeln). Mit nassen Händen die Oberfläche leicht glätten.

Eigelb mit 1 EL Kokosmilch verquirlen, und mit einem Silikonpinsel vorsichtig die Teigkugeln damit bestreichen. Nach Belieben mit Sesamsamen bestreuen und im Backofen ca. 35 Minuten backen. Behalte auf jeden Fall den Backofen im Auge, denn jeder bäckt anders. Verlasse Dich auf Dein Auge und die Stäbchenprobe: Wenn die Brötchen goldbraun aussehen und an einem Messer oder Holzstäbchen kein Teig mehr klebt, sind die Brötchen fertig.

Roh

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen. Die Brötchen schmecken lauwarm und kalt sehr lecker. Am besten sind sie am Backtag. Übrig gebliebene Brötchen am besten einfrieren und im 180 ° C heißen Backofen wieder aufbacken.

* Falls Du keinen Mixer besitzt, weichst Du die Cashews 6-8 Stunden vor Gebrauch in kaltem Wasser ein. Gut abspülen und zusammen mit den feuchten Zutaten mit dem Pürierstab fein pürieren (das Pürieren kann eine Weile dauern, also Geduld!). Möglicherweise braucht Du etwas mehr Mehl, um das Plus an Feuchtigkeit in den eingeweichten Cashews auszugleichen. Ich empfehle Cassavamehl, weil es den Geschmack am wenigsten verändert.

Tipps:

Dieses Rezept lässt sich endlos abwandeln: Die kannst z. B. Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder Mohn unter den Teig mischen oder die Brötchen vor dem Backen damit bestreuen. Für eine besonders herzhafte Note kannst Du Röstzwiebeln, Knoblauch oder gewürfelte getrockente Tomaten zum Teig geben. Auch frische oder getrocknete Kräuter geben eine spannende Note.

Für eine Primal-Variante kannst Du 1-2 EL fein geriebenen Parmesan unter den Teig mischen oder die Brötchen damit überbacken.

gebacken

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